'URBAN INDUSTRIES'
INDUSTRIESTRASSE, LUZERN

Investorenwettbewerb 2011
1. Rang

Bauherrschaft/Investor: Allreal Generalunternehmung AG, Zürich
Baubeginn: geplant für 2013/2014
Bauvolumen: 85'535 m3
Geschossfläche: 25'785 m2

Wettbewerb: Juli 2011
Selektionsverfahren: Investorenwettbewerb mit 25 Teams
Raumprogramm: LIVE, WORK, CREATE
gemischte Nutzung in Form von Büro, Gewerbe & Wohnen
Platzierung: 1. Rang

Projektteam Wettbewerb 2011:
Justin Rüssli
Ruedi Vollenweider
Carol Egger
Andrea Schranz
Andreas Hamerich

STÄDTEBAU
Das Grundstück der Stadt Luzern befindet sich auf der Ebene des Zentrums von Luzern am Rand des Bahnhofareals. Das Quartier ist vom Blockrand als Bebauungsmuster geprägt. Im Hirschmattquartier herrscht diese Art vor. Einzelne Gebäude gruppieren sich um einen Hof wo früher Gewerbebetriebe angesiedelt waren. Heute legt man die Innenhöfe frei und begrünt sie.



 

Das städtebauliche Konzept des Projektes ‹LIVE, WORK, CREATE› geht davon aus, dass sich die Stadt Luzern in den nächsten 50 Jahre im Zentrum auf der Ebene stark verdichtet. Die Art der gemischt genutzten Zentrumsquartiere wie im Hirschmattquartier wird über die Langensandbrücke auch das Tribschenquartier prägen. «Die drei L-förmigen Gebäude überzeugen und markieren auf diese Weise den Übergang zum kleinkörnigen Siedlungsmuster unterhalb des Bireggwaldes. Die Gestaltung veranschaulicht auf prägende Art ein Stück der Industrievergangenheit und unterstützt den im Konzept formulierten Grundgedanken bestens», lautet die Aussage der Wettbewerbsregie. Die Nutzung sieht eine gemischte Form von Büro. Gewerbe und Wohnen vor und ist veränderbar je nach wirtschaftlicher Entwicklung und Bedarf des Marktes. Die Gebäude sind flexibel konzipiert um die Veränderung des Quartiers in den nächsten 50 Jahren zu antizipieren.


NACHHALTIGKEIT
Ein gut fundiertes städtebauliches Konzept ist nachhaltig, wenn die Struktur anpassungsfähig ist, die Gebäude kompakt und das Grundstück gut erschlossen ist. Die Wohnungen und Büros sollen mittelfristig eine positive Energiebilanz erreichen. Neben den maximalen Bemühungen Energie zu sparen wird durch Minergie auch Energie produziert. Die Dachflächen erzeugen als Solarfarm Strom und Warmwasser und Erdsoden nutzen die Erdwärme aus dem Boden.
Es steht gemäss Reglement ein Minimum an Autoparkplätze zu Verfügung, die mit Mobility-Parkplätzen an bester Lage ergänzt werden.  Anschlüsse 240V/370V für Elektromobilität für Autos und Roller sind ebenfalls vorgesehen.


ARCHITEKTUR
Der gemischt genutzte Hofrand präsentiert sich mit wohlproportionierte Wohnungen, die sich für dieses Quartier bestens eignen. Die Marktanalyse des Standortes identifiziert drei typische Nutzer: Der improvisierte Alternative (Junge Singles, Wohngemeinschaften),  die aufgeschlossene Mitte (Jüngere Singles und Paare, Familien) sowie die urbane Avantgarde (Jüngere Singles und Paare). «Die schönen Sheeddächer über den Ateliers sind nicht nur eine räumliche Bereicherung, sie schliessen die ganze Anlage mit einem Industriezitat elegant nach oben ab und prägen damit die Idee der durchmischten Nutzung unter einem Dach auf bildhafte Art», erklärt die Wettbewerbskommission im Communique.

MATERIALISIERUNG
Die Ausrichtung und Lebensart schwingt zwischen Nord- und Südeuropa. Die Tendenz ist eine Vermischung von Südeuropäischer Eleganz mit Nordeuropäischer Präzision.
Die Architektur lehnt sich an die Industriearchitektur an mit Backsteinfassade und den typischen Sheddächern. Dieses Bild wird überlagert mit der zeitgenössischen Nutzung der Dächer für Photovoltaik und der Begrünung im städtischen Kontext.

BAURECHT UND NUTZUNG
Die Wohngebäude weisen sechs Vollgeschosse auf und die Bürogebäude umfassen fünf Vollgeschosse. Bei einer Revision der BZO besteht die Möglichkeit das Bürogebäude mit sechs Geschosse zu realisieren. Auf ein zusätzliches Attika wird verzichtet, um die Quartier übliche Gebäudehöhe nicht zu dominieren.

Nach der neuen BZO ist dieser Vorschlag selbstverständlich auch bewilligungsfähig. Die Gewichtung Wohnen und Arbeiten ist flexibel. Im Erdgeschoss sowie im Dachgeschoss sind gemischte Nutzungen denkbar und realisierbar, je nach Bedarf anzupassen.