WILMISBERG, ROOT



IDEENWETTBEWERB 2016
1. Rang

Ausschreibung Wettbewerb: Gemeinde Root
Wettbewerb/Studienauftrag: 2016
Raumprogramm: Bebauungs- und Erschliessungskonzept für eine Wohnüberbauung (80 Wohnungen)
Platzierung: 1. Rang
Geschossfläche: 16'950 m2
Bauvolumen: 46'530 m3
Ausführung: möglich ab 2017


Projektteam Wettbewerb:
Justin Rüssli
Gabriel Assin
Christopher Horn
Andreas Hamerich

Landschaftarchitektur:
Freiraumarchitektur, Luzern

Städtebauliches Konzept

Das Konzept basiert auf der Verbindung von zwei definierten städtebaulichen
Strukturen, zwei definierten Erholungsgebieten und zwei Gemeinden. Der Planungsperimeter wurde so definiert, dass die „Restfläche“ im Osten am Hang liegt. Die entstehende Bebauung in Wilmisberg gilt als Verbindung und Ergänzung und definiert den Siedlungsrand neu. Der Übergang zur offenen Landschaft wird klar gebildet. Die Bebauung folgt den Höhenlinien und schafft so eine natürliche Verzahnung mit der Landschaft. Zwölf gestaffelte und in ihrer Abmessung verschiedenen Baukörper bilden zusammen eine klar erkennbare Arealidentität. Eine siedlungsinterne Abfolge von Platzräumen schafft einen Erschliessungs- und Lebensraum. Die umgebende Landschaft wird in ihrer natürlichen Form belassen und durch ein reduziertes Wegenetz verbunden. Die Lärmbelastung durch die Autobahn, Strassen, sowie SBB wird nicht als kritisch beurteilt. Dies erlaubt Freiheit in der Gestaltung der Aussenräume.

 

Landschaftskonzept

Der Wechsel von bestockten Bachläufen und offenen Wiesenflächen mit ereinzelten Obstbäumen zoniert den Westhang des Rontals zwischen Dierikon und Honau in einzelne Landschaftskammern. Das Gebiet Wilmisberg liegt in einer dieser Kammern. Das Konzept der Umgebungsgestaltung nimmt die Typologie der Landschafts-kammerung auf. Die Ränder der Kammer, die Bestockungen von Geissbach und Chlausbach, werden ergänzt und die offenen Wiesenflächen mit einem lockeren Obstbaumbestand in die Siedlung hineingezogen. Die siedlungs-internen Freiräume fügen sich nahtlos in die Landschaft ein.
Die gewachsene Topografie bleibt möglichst unbeeinträchtigt. Die Begrünung der siedlungsinternen Freiräumen mit Zierobstgehölzen und Blumenrasen differenziert zwischen der umgebenden Streuobstwiese und dem siedlungs-internen Wohnumfeld. Eine Bepflanzung mit Zierobstgehölzen ist auf der Einstellhalle mit der angedachten Überdeckung möglich. Im Innern der Siedlung entlang der Erschliessungswege entstehen belebte, quartierinterne Treffpunkte. Diese sprechen verschiedene Nutzergruppen an. Das Angebot umfasst Spielwiesen, Quartierplätze, Verweilorte und Spielplätze. Eine grosse Spielwiese im Nordwesten ergänzt das Angebot.

 

Erschliessungskonzept

Die zwei Verkehrskategorien sind auf zwei Ebenen klar getrennt. Das neue Quartier ist "verkehrsberuhigte Zone".

Die Zufahrt in die zentrale Einstellhalle (EH erfolgt am Siedlungsrand von der Michaelskreuzstrasse.
Die EH folgt dem natürlichen Höhenverlauf und verbindet sämtliche Wohngebäude.

Die platzartige Siedlungsmitte dient der Fussgänger und Fahrraderschliessung, sowie als Feuerwehr- und Notfallzufahrt oder für Besucher (12 PP). Gemäss VSS Norm 640 050, für Quartiererschliessungstrassen, bis 15 PP (Typ A) mit Gegenverkehr, die minimale Breiten sind 3.00m und 3.50m für die Feuerwehr-zufahrt gemäss FKS.

Die Fusswege, verbinden die Erholungsgebiete Wilmisbergtobel und Chlaustobel, sowie den Bahnhof
Gisikon-Root.



Parkierung

Die Parkierung befindet sich unter der „Quartiermitte“ 128 PP. Die einfache Anordnung der Einstellhalle erlaubt eine direkte Verbindung zu jedem Wohngebäude.
Die Veloabstellplätze sind im Untergeschoss neben der EH pro Gebäude, anteilsmässig verteilt. Als Option bietet das Konzept die Möglichkeit, einen Verkehrsanschluss durch die Privatestrasse am Klausbachweg zu erstellen.

Haus- und Wohntypologie

Durch die klare und einfache Struktur der Gebäude kann dem vorgegebenen Wohnungsmix auf eine einfache Weise entsprochen werden. Die Grundrisse der verschiedenen Gebäude lassen verschiedene Grundriss- Varianten zu. Die ku-bische Form der Gebäude lässt eine flexible und kompakte Bauweise zu. Durch eine einheitliche Materialwahl und abgestimmte Dachformen werden die Bauten gestalterisch als Einheit wahrgenommen und bilden ein Ensemble. Die Dächer integrieren sich ins historische Dorfbild durch die roter Photovoltaik Paneelen, die die roten Dachziegel aufnehmen.


Architektur / Wohnungen

Wohnqualität: die zwölf kompakten, freistehenden Mehrfamilienhäuser sind unterschiedlich gross aufgebaut und bieten Wohnraum für Individualität suchende Menschen mit einem Flair zum Grünen. Die Mehrzahl der Wohnungen sind auf drei Seiten orientiert. Alle Wohnungen profitieren von den vielfältigen Sichtbezügen und den hochwertigen Aussenbereichen. Die Wohnungen mit direktem Aussenbezug verfügen zusätzlich über einen Gartenbereich.
Verschiedene Zonierungen und Filter schaffen Übergänge von halbprivat zu privat. Belagswechsel gliedern den Raum und Flexibelfassadenelemente schaffen Intimität, entsprechend den persönlichen Bedürfnissen.

 

 

Identifikationspontenzial

Rückgrat der Mehrfamilienhäuser sind die sehr gut erkennbaren, einladenden Hauszugänge als Adresse, sowie das angrenzende Treppenhaus mit Aussenbezug. Alle Wohnebenen erweitern sich auf die grosszügigen Balkone.
Geschosshohe Fenster unterschiedlicher Grösse und verschiebbare Lammellen-Jalousien bilden das differenzierte Fassadenbild. Erkerartige Raumelemente gliedern die Gebäude, trennen benachbarte Wohnungen oder akzentuieren die Hauseingänge. Jedes Gebäude ist situativ gelöst.


Volumen / Gebäudehülle

Die kompakten Volumen, die sehr gute Wärmedämmung sowie Hochisolationsgläser sind die besten Voraus-setzungen für einen optimalen winterlichen wie auch sommerlichen Wärmeschutz. Die gut gedämmte Hülle hilft nicht nur Energie effizient zu nutzen, sondern erhöht im Winter die Behaglichkeit dank höheren inneren Wandoberflächen-temperaturen. Die offene und transparente Süd-West-Fassade bringt ein Optimum an passiver Solarenergie. Die relativ geschlossene und sehr gut gedämmte Nord-Ost-Fassade reduziert zudem den Verlust an Wärmeenergie wesentlich.